Arbeitskreis Leguminosenanbau Nord: Vermarktungschancen für Ackerbohnen aus der Elbmarsch

03.03.2015,  21734 Oederquart

Pioniere des Ackerbohnenanbaus und interessierte Landwirte, treffen sich zum Austausch

Über dreißig interessierte Landwirte und Handelsvertreter aus Hadeln und Nordkehdingen kamen zum ersten Treffen des „Arbeitskreises Leguminosenanbau“ zusammen.
Der Anbau von Acker- oder Pferde-/Puffbohnen hat in den vergangenen Jahren wieder verstärkt in den Elbmarschen zugenommen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum Einen stellen Ackerbohnen als stickstoffbindende Pflanzen (Leguminosen) eine hervorragende Vorfrucht für die Folgekultur dar, zum Anderen wird durch den Anbau einer Sommerung ein verbessertes Ackerfuchsschwanzmanagement möglich. Zudem wirken sich Leguminosen als Blattfrucht humusmehrend aus. Dazu kommen ab dem Jahr 2015 veränderte Rahmenbedingungen der EU-Agrarpolitik auf die Landwirte zu (greening). Hierbei bietet die Bohne eine sehr gute Möglichkeit zur Umsetzung dieser Auflagen.
In vielen Regionen Niedersachsens stellt jedoch die Vermarktung des Erntegutes die größte Herausforderung dar. Um verschiedene Möglichkeiten des Absatzes vorzustellen, luden die Beratungsringe Nordkehdingen und Drochtersen zu einem Vortragsabend nach Oederquart ein. Einleitend gab Herr Torsten Stehr von der Raiffeisen Weser-Elbe eG (RWE), Standort Otterndorf einen Überblick über die Vermarktungswege der letzten Jahre für Ackerbohnen aus der Region. Eine bereits etablierte Vermarktungsschiene für kleinere Mengen stellt die Heimtiernahrung dar. Dabei betonte er, dass bisher der Preis den Weg der Ware bestimmt hat, so musste ein Großteil der heimisch angebauten Ware in den Export gehen. Ein Ziel der RWE ist es daher, langfristig ausreichende Erntemengen zur Weiterverarbeitung zur Verfügung zu stellen und den Anbauern würdige Preise zahlen zu können. Eine Möglichkeit der Preisfindung für Ackerbohnen stellt eine Mischkalkulation aus dem Weizen- und Sojapreis dar. Auch die Vertreter des Projektes „Eiweißfutter aus Niedersachsen“ (EFN) Anika Berner und Andreas Huhn zeigten einen weiteren Ansatz zur gerechten Preisermittlung auf Basis der wertgebenden Inhaltsstoffe auf. Das vom Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung un Verbraucherschutz für drei Jahre geförderte Projekt stellte weitere Vermarktungsalternativen vor: die digitale Warenbörse auf unserer Internetseite, ist eine gute Möglichkeit für den direkten Handel zwischen den Landwirten und auch von der aufnehmenden Hand zu regionalen Viehhaltern. Diese Plattform hilft dabei, eine erste Einschätzung des 2015 zu erwartenenden Erntegutes zu erhalten.
Landwirte sollten dringend schon jetzt ihre erwarteten Erntemengen unverbindlich melden, damit ein Überblick besteht, wieviel Menge in 2015 erzeugt und vermarktet werden kann. Mit Hilfe dieser Informationen wird es weitere Gespräche mit den Handelsvertretern und besonders Mischfutterfirmen geben, um diese zu motivieren den heimischen Eiweißträgern eine Chance in den Rationen zu geben und so den Absatz zu erhöhen.
Silke Hadenfeldt, Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG (NPZ) Hohenlieth beschrieb die Voraussetzung für die Erzeugung von Saatgut und zeigte Neuerungen in der Züchtung auf. Besonders seien hier die neuen Sorten Fanfare und Tiffany genannt. Tiffany erhält voraussichtlich 2016 die Zulassung und ist besonders für den Einsatz in der Geflügelfütterung aufgrund des niedrigen Tanningehalts geeignet.
Alle Vortragenden waren sich einig, dass die regional erzeugte Ware auch in der Region verbleiben und hier in der Fütterung eingesetzt werden sollte.
Ein nächster Informationsabend zum Thema „Einsatz in der Fütterung“ ist bereits in Planung und wird rechtzeitig mit Hilfe der üblichen Informationskanäle bekannt gegeben.

Einladung zum Vortragsabend in Witt's Gasthof zur Post, Oederquart