Klönschnack zum Thema Leguminosenanbau und -vermarktung

05.03.2015, 26736 Pewsum

20 interessierte Landwirte und Vertreter aus dem vor- und nachgelagerten Bereich kamen zum Thema Leguminosenanbau/-vermarktung zusammen.

Der Anbau von Leguminosen wird überall in Niedersachsen besonders auf Grund von veränderten Rahmenbedingungen der EU-Agrarpolitik (Greening) zunehmen. Die weiteren Gründe hierfür sind vielfältig. Zum Einen stellen z.B. Ackerbohnen als stickstoffbindende Pflanzen eine hervorragende Vorfrucht für die Folgekultur dar, zum Anderen wird durch den Anbau einer Sommerung ein verbessertes Ackerfuchsschwanzmanagement möglich. Zudem wirken sich Leguminosen als Blattfrucht humusmehrend aus und können arbeitswirtschaftliche Vorteile bieten.
In vielen Regionen Niedersachsens stellt jedoch die Vermarktung des Erntegutes von Erbsen, Lupinen, Ackerbohnen usw. die größte Herausforderung dar. Gerd-Udo Heikens (Foto Mitte) Vorsitzender des Zweigvereins Krumhörn lud am 5. März zum Erfahrungsaustausch, einem Klönschnack, nach Pewsum ein.

Einleitend gab Geert-Udo Stroman (Foto links) Berater für Pflanzenbau und Pflanzenschutz der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, einen sehr guten Überblick über die gängigen Futter- und Körnerleguminosen. Besonders der in Otterham durchgeführte Düngungsversuch mit Luzerne, Rotklee in Reinsaat bzw. in der Mischung Luzernegras/Rotkleegras konnte das Fachpublikum überraschen: Der Kleeanteil ging trotz höherer N-Gaben nicht zurück und es konnten erhebliche Mengen geerntet werden. Dies erklärt sich durch die Wahl der Gemengepartner. Der stark wüchsige Rotklee ist dem 'devoten' Untergras - deutsches Weidelgras - sichtlich überlegen gewesen.

Die Vertreter des Projektes „Eiweißfutter aus Niedersachsen“ (EFN) Anika Berner und Andreas Huhn (Foto rechts) stellten das vom Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz für drei Jahre geförderte Projekt vor. Sie zeigten einen Ansatz zu einer gerechten Preisermittlung auf Basis der wertgebenden Inhaltsstoffe auf. Außerdem stellten sie weitere Vermarktungsalternativen vor: die digitale Warenbörse auf der Internetseite www.eiweissfutter-aus-niedersachsen.de. Diese ist eine gute Möglichkeit für den direkten Handel zwischen den Landwirten und auch von der aufnehmenden Hand zu regionalen Viehhaltern. Die Plattform hilft dabei, eine erste Einschätzung des 2015 zu erwartenenden Erntegutes zu erhalten. Landwirte sollten dringend schon jetzt ihre erwarteten Erntemengen unverbindlich melden, damit ein Überblick besteht, wieviel Menge in 2015 erzeugt und vermarktet werden kann. Mit Hilfe dieser Informationen wird es weitere Gespräche mit den Handelsvertretern und besonders Mischfutterfirmen geben, um diese zu motivieren den heimischen Eiweißträgern eine Chance in den Rationen zu geben und so den Absatz zu erhöhen.

Alle Vortragenden waren sich einig, dass die regional erzeugte Ware auch in der Region verbleiben und hier in der Fütterung eingesetzt werden sollte. Hierzu kann es bei Interesse ggf. weitere – vom Projekt EFN unterstützte - Veranstaltungen geben.