Vorstudie zum Eiweißprojekt

Hier finden sie einen Auszug aus dem Abschlußbericht der

Vorstudie zur Ermittlung notwendiger Aktivitäten zur Etablierung von Eiweißfuttermitteln aus heimischer Erzeugung von Dezember 2012

Einleitung Problemstellung

Der internationale Handel mit Eiweißfuttermitteln – insbesondere mit Sojabohnen - hat weltweit ein Volumen angenommen, das durch die Einseitigkeit des Anbaus in den Erzeugerregionen und durch den globalen Handel zwischen Rohstofflieferländern und Veredelungsregionen nicht ohne Folgen für die Umwelt und die Sozialstrukturen in den betroffenen Regionen bleibt. Die GVO-Problematik, die intensive Tierhaltung und der angespannte Bodenmarkt in Niedersachsen sind Beispiele für Effekte der landwirtschaftlichen Intensivierung, die bezüglich der Umweltauswirkungen und hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit Korrekturen erfordern. Auch der Bundesregierung ist bewusst, dass das Ausmaß des Handels von Ei- weißfuttermitteln aus Übersee nicht ohne ökologische und soziale Folgen für Dritte ist. Es wird daher nach Möglichkeiten zur Abmilderung negativer Effekte des Sojaimportes gesucht. Der einheimischen Eiweißproduktion kommen hierbei zwei wichtige Funktionen zu: Einerseits die Erzeugung hochwertiger Futter- und Lebensmittel und andererseits durch die physiologischen Eigenschaften der Leguminosen in Verbindung mit Knöllchenbakterien eine Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und eine Steigerung der Biodiversität zu gewährleisten. Auch für Niedersachsen stellt sich die die Frage wie die aktuelle Anbausituation von heimischen Eiweißfutterpflanzen ist und welche Potentiale sich unter den aktuellen Bedingungen für Niedersachsen einschätzen lassen, bzw. wie die Ausweitung der heimischen Eiweißpflanzenproduktion unterstützt werden kann.

Das KÖN untersucht seit 2011 im Rahmen verschiedener Projekte den Leguminosenanbau und erstellte im Jahr 2012 gemeinsam mit der AbL eine Vorstudie zur Ermittlung notwendiger Aktivitäten zur Etablierung von Eiweißfuttermitteln aus heimischer Erzeugung.

In diesem 2013 begonnen Projekt sollte die aktuelle Anbausituation der Leguminosen in Niederachsen im konventionellen und im ökologischen Anbausystem beleuchtet werden und darüber hinaus der Bedarf an Eiweißfuttermitten der Tierhaltung in Niedersachsen quantifiziert werden.

Zusammenfassung

Die Ausdehnung des Körnerleguminosenanbaus in Niedersachsen scheint an einem Tiefpunkt angekommen zu sein. Der Bedarf an Eiweißfuttermitteln steigt dagegen in Niedersachsen besonders in der konventionellen, aber auch in der ökologischen Tierhaltung weiter an und hier besonders in der Geflügelhaltung.

Politische Entscheidungen und Programme wie der mögliche Anbau von Körnerleguminosen auf Greeningflächen und der Anbau im Rahmen von Fruchtfolgeprogrammen oder die Eiweißstrategie des Bundes läuten eine Kehrtwende von Seiten der Politik ein.

Die Ökologische bewirtschaftete Ackerfläche Niedersachsens weist bereits in mehreren Regionen über 10% Körnerleguminosen auf. Die Nachfrage wird im Biobereich durch die wachsenden Bio- Geflügelbestände und die Gesetzgebung zu 100% Bio weiter wachsen.

Die Futtermittelindustrie und die Züchterhäuser sind dagegen noch nicht bereit oder in der Lage den Vorteilen des Anbaus und der Verarbeitung heimischer Körnerleguminosen gerecht zu werden und einen Marktchance zu sehen.

Die spezielle Problematik des regionalen Wirtschaftsdüngerüberhanges erschwert in Niedersachsen die Ausdehnung der Leguminosen in den Regionen der intensiven Tierhaltung und der insgesamt noch kleine ökologische und konventionelle Anbau in Niedersachsen hemmt eine dynamischere Entwicklung. Hier bleibt weiterhin großer Handlungsbedarf zur Entwicklung der Kulturpflanzen der Familie der Leguminosen.



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